
Die Kraft der Akzeptanz – warum innerer Widerstand so viel Energie kostet
Wann fällt es dir leicht, eine Situation anzunehmen – und wann kämpfst du innerlich dagegen an?
Manche Dinge im Leben können wir verändern. Andere nicht.
Und manchmal kostet uns nicht das Ereignis selbst die meiste Kraft, sondern unser innerer Widerstand dagegen.
Ein Gedanke bringt das für mich sehr schön auf den Punkt:
„Leiden ist ein Zustand, in dem wir gegen die Realität kämpfen.“
Der Fluss des Lebens
Stell dir vor, du sitzt am Ufer eines Flusses.
Nicht irgendeines Flusses, sondern am Fluss deines Lebens.
Auf diesem Fluss kommen ständig neue Ereignisse auf dich zu. Manche sind schön, andere schmerzhaft. Sie begegnen dir, begleiten dich eine Zeit lang und ziehen irgendwann wieder weiter.
Eine Trennung.
Eine Kündigung.
Eine Krankheit.
Der Verlust eines Menschen.
Eine finanzielle Krise.
Aber auch die kleinen Dinge: schlechtes Wetter, Stau oder ein Tag, der völlig anders läuft als geplant.
Was auf diesem Fluss auf uns zukommt, können wir nicht immer bestimmen.
Wie wir damit umgehen, allerdings schon.
Ändern. Akzeptieren. Loslassen.
Für mich gibt es drei Möglichkeiten:
Ändern. Akzeptieren. Loslassen.
Wenn wir etwas verändern können, dürfen wir Verantwortung übernehmen und handeln.
Doch wenn wir erkennen, dass etwas nicht mehr in unserer Hand liegt, kostet es unglaublich viel Energie, weiter dagegen anzukämpfen.
Die Strömung des Lebens fließt trotzdem weiter.
Akzeptanz bedeutet dabei nicht:
„Ich finde das gut.“
Sie bedeutet:
„Es ist im Moment so.“
Erst wenn wir das anerkennen, entsteht wieder Raum für die Frage:
Wie möchte ich jetzt damit umgehen?
Nicht alles ist nur gut oder schlecht
Unser Verstand bewertet ständig.
Gut.
Schlecht.
Richtig.
Falsch.
Doch viele Ereignisse tragen beide Seiten in sich.
Eine Kündigung kann zunächst ein Rückschlag sein – und später der Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts.
Eine Trennung kann schmerzhaft sein – und gleichzeitig eine Einladung, sich selbst wieder neu kennenzulernen.
Eine schwierige Lebensphase kann uns zwingen, Dinge zu verändern, die wir sonst vielleicht niemals hinterfragt hätten.
Das bedeutet nicht, schwierige Erfahrungen schönzureden.
Es bedeutet lediglich, offen dafür zu bleiben, dass wir heute vielleicht noch gar nicht wissen können, wofür eine Erfahrung einmal gut sein könnte.
Die Kraft der Perspektive
Wenn wir eine Situation zunächst annehmen, können wir beginnen, unsere Perspektive zu verändern.
Ich frage mich manchmal:
Wie würde ein anderer Mensch diese Situation betrachten?
Oder mit einem Schmunzeln:
Wie würde Jesus darauf schauen?
Wie würde James Bond damit umgehen?
Plötzlich verlassen wir unsere gewohnte Sichtweise.
Und genau dadurch können neue Möglichkeiten entstehen.
Denn nicht das Ereignis allein bestimmt, wie wir damit umgehen. Auch unsere Bewertung und Perspektive spielen eine entscheidende Rolle.
Akzeptanz beginnt bei den kleinen Dingen
Akzeptanz lernen wir nicht erst bei den großen Herausforderungen des Lebens.
Wir können sie jeden Tag üben.
Im Stau.
Beim schlechten Wetter.
Wenn jemand zu spät kommt.
Wenn ein Termin abgesagt wird.
Oder wenn der Tag einfach nicht so läuft, wie wir ihn geplant haben.
Jede dieser Situationen stellt uns vor dieselbe kleine Entscheidung:
Kämpfe ich innerlich gegen das, was bereits ist – oder nehme ich es zunächst an und entscheide dann, was ich damit mache?
Genau dort entsteht für mich Gelassenheit.
Mein Impuls
Vielleicht gibt es gerade etwas in deinem Leben, das viel Energie kostet.
Dann nimm dir einen Moment und frage dich:
Kann ich diese Situation verändern?
Wenn ja: Was ist mein nächster Schritt?
Wenn nein: Was würde passieren, wenn ich aufhöre, innerlich dagegen anzukämpfen?
Akzeptanz bedeutet nicht, aufzugeben.
Sie bedeutet, die Realität zunächst so anzuerkennen, wie sie gerade ist – und von dort bewusst weiterzugehen.
Merksatz:
Wir können nicht immer bestimmen, was uns im Leben begegnet. Aber wir können lernen, wie wir ihm begegnen.